Erste Symptome beim Aderhautmelanom: "Irgendetwas stimmt mit meinem Auge nicht"
- Astrid

- vor 3 Tagen
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Aderhautmelanom-Patientin Stephanie berichtet
Mein Name ist Stephanie, ich bin 39 Jahre alt – und bis vor einem Jahr hatte ich noch nie von einem Aderhautmelanom gehört. Heute weiß ich leider sehr genau, was das ist.
Doch von Vorne:

Im April 2025 fing alles ganz harmlos an. Ich merkte plötzlich, dass ich mit meinem linken Auge irgendetwas nicht stimmte. Ich konnte nicht mehr richtig „um die Ecke schauen“. Nach einem Skiurlaub setzte ich meine Brille auf und hatte auf einmal das Gefühl, alles sei unscharf. Erst dachte ich, die Brille wäre kaputt. Aber dieses komische Gefühl ließ mir einfach keine Ruhe mehr.
„Dann machen wir lieber noch schnell einen Sehtest“
Ich schrieb meiner Augenärztin eine Mail, bekam aber erst einen Termin für Oktober. Das war mir eindeutig zu spät. Also rief ich zusätzlich in einer Augenklinik an und bekam dort immerhin Anfang Mai einen Termin.
Vorher fuhr ich noch zu meiner Freundin, die bei einem Optiker arbeitet. Eigentlich wollte ich nur prüfen lassen, ob etwas mit meiner Brille nicht stimmt. Sie schaute sich die Brille an und meinte zunächst nur, dass die Beschichtung beschädigt sei. Dann sagte sie: „Komm, wir machen sicherheitshalber noch schnell einen Sehtest.“
Dieser Moment veränderte plötzlich alles.
Beim Sehtest stellte sich heraus, dass ich auf dem linken Auge nur noch ungefähr 25 Prozent Sehkraft hatte. Meine Freundin empfahl mir sofort einen Augen-Check-up direkt vor Ort. Noch am selben Tag kam die Rückmeldung: dringende augenärztliche Vorstellung.
Diagnose Aderhautmelanom: damit hätte ich nie gerechnet
Ich rief direkt in der Augenklinik an und konnte bereits am nächsten Tag untersucht werden. Es folgten viele Untersuchungen und schließlich die Diagnose:
Aderhautmelanom.
Ich weiß noch genau, wie sich dieser Moment angefühlt hat. Meine kleine, heile Welt blieb einfach stehen.. Ich funktionierte nur noch, aber innerlich fühlte sich alles unwirklich an. Wie ein schlechter Film.
Von heute auf morgen Patientin
Schon einen Tag später wurde ich stationär aufgenommen. Es musste ein komplettes Staging gemacht werden, um zu prüfen, ob sich irgendwo Metastasen befinden.
Zum Glück waren MRT und CT unauffällig.
Trotzdem ging danach alles unglaublich schnell weiter. Nur wenige Tage später hatte ich einen Termin in einer spezialisierten Klinik, weil ursprünglich eine Brachytherapie geplant war. Dort stellte sich allerdings heraus, dass mein Tumor dafür zu groß beziehungsweise zu hoch war.
Stattdessen wurde mir eine stereotaktische Bestrahlung empfohlen.
Warum Bauchgefühl manchmal wichtig ist
Obwohl die Ärzte sicher kompetent waren, hatte ich dort einfach kein gutes Gefühl. Und dieses Gefühl wurde immer stärker.
Nach einem ausführlichen Gespräch mit meiner Augenärztin entschied ich mich schließlich für ein spezialisiertes Zentrum in Berlin. Rückblickend war das genau die richtige Entscheidung für mich.
Dort fühlte ich mich ernst genommen, verstanden und medizinisch gut aufgehoben. Gemeinsam wurde ein klarer Behandlungsplan erstellt:
Clip-Operation, Protonenbestrahlung, Linsenaustausch und Tumorresektion.
Nach etwa sechs Wochen war die Behandlung zunächst abgeschlossen.
Warten auf Ergebnisse kann unglaublich belastend sein
Zusätzlich wurde mir angeboten, das Tumorgewebe genetisch untersuchen zu lassen. Ich entschied mich dafür - allerdings dauerte das Ergebnis ganze fünf Monate.
In dieser Zeit stellte ich mich auch in der Onkologie vor. Dort wurde mein HLA-Status bestimmt, weil eventuell eine Studienteilnahme mit engmaschigen MRT-Kontrollen und Immuntherapie infrage gekommen wäre.
Nach zwei Wochen kam tatsächlich der Anruf: Ich war HLA-positiv und hätte grundsätzlich teilnehmen können.
Aber es fehlte allerdings noch die genetische Auswertung.
Die Erleichterung im November
Im November 2025 kam dann endlich das Ergebnis: mittleres Risiko, Disomie 3 und BAP1-Erhalt. Damit war das Thema Studienteilnahme letztlich erledigt.
Heute lebe ich bewusster als früher
Seit Oktober 2025 arbeite ich wieder Vollzeit. Mein Beruf macht mir nach wie vor Freude und genieße die Zeit mit meiner kleinen Familie heute viel bewusster.
Natürlich gehören Nachsorgetermine inzwischen fest zu meinem Leben dazu. Im Mai steht wieder ein MRT an. Und im Februar 2026 wurde zusätzlich noch das Silikonöl entfernt.
„Niemand weiß, was morgen ist“
Dieser Satz begleitet mich heute ganz besonders.
Niemand weiß, was morgen passiert. Mit oder ohne Diagnose. Deshalb habe ich beschlossen, mein Leben weiterzuleben - genauso bewusst und intensiv wie vorher.

„Mein Markenzeichen seit 2025 - es wird nur noch ein Auge geschminkt."

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